Alternative Stromquellen
Ich schreibe hier über unsere alternativen Möglichkeiten der Stromgewinnung. Ein Thema, das in dem Jahr 2011 hier in Deutschland ganz aktuell geworden ist, denn die Politik hat inzwischen den Ausstieg Deutschlands aus der Atomkraft endgültig beschlossen. Die Stromgiganten haben nur noch begrenzt Zeit, um die passenden Alternativen zu finden, damit den Deutschen kein Licht ausgeht. Viele Experten befürchten, dass ohne die derzeit noch laufenden Atomkraftwerke in Deutschland nicht genug Strom produziert wird, um in Spitzenzeiten den Bedarf zu decken. Ein Import von Strom aus anderen Ländern würde notwendig werden. Da die europäischen Nachbarn Deutschlands fast alle auf Atomkraft setzen, wäre ein tatsächlicher Verzicht auf diese Technologie nicht möglich. Um den Ausbau alternativer Energiequellen voranzutreiben, müssen jedoch auch deren Nachteile bedacht werden.
Am einfachsten auszubauen wären die Kohlekraftwerke, die in Deutschland schon einen großen Teil des Stroms liefern. Diese Technologie soll jedoch ebenfalls möglichst bald reduziert werden. Neue Kohlekraftwerke werden nicht genehmigt, da beim Verbrennen der fossilen Brennstoffe zu viel CO2 freigesetzt wird. Um das Klima vor einer zu drastischen Erwärmung zu schützen, soll weltweit der CO2-Ausstoß verringert werden. Kohle stellt damit keine wünschenswerte Alternative zur Atomenergie dar.
Erdgas ist zwar ebenfalls ein fossiler Brennstoff, kann aber vorübergehend eine gute Alternative darstellen. Die Verbrennung von Gas hinterlässt weniger Rückstände und kann effizienter eingesetzt werden. Da die Abgase dieser Kraftwerke sauberer sind, kann ein Gaskraftwerk auch innerhalb einer Wohnsiedlung betrieben werden und die Abwärme effektiv in die Wohnhäuser geleitet werden. So produziert man mit der gleichen freigesetzten Menge CO2 nicht nur Strom, sondern kann auch Wohnungen heizen. Solche Blockheizkraftwerke können neben Erdgas auch mit den Brennstoffen Biogas oder Holz betrieben werden. Bei der Nutzung dieser Brennstoffe kann der Strom sogar CO2-neutral hergestellt werden.
Diese biologischen Brennstoffe haben jedoch andere Nachteile. Biogas wird aus Pflanzenfasern gewonnen, die auf Feldern gezüchtet werden müssen, die dann nicht mehr zur Gewinnung von Nahrungsmitteln zur Verfügung stehen. Da es noch nicht wirtschaftlich sinnvoll ist, nach der Ernte der Früchte bloß die Reste der Pflanzen der Biogasgewinnung zuzuführen, führt eine Verstärkung dieser Technologie zu einer Erhöhung der Lebensmittelpreise. In manchen Regionen der Erde kann dieses Hungerkatastrophen auslösen oder verstärken. Auch bei der Verbrennung von Holz muss eine solch große Menge gewonnen werden, dass die Überreste der Holzverarbeitenden Industrie hierfür nicht ausreichen. Die Rodung von Wäldern müsste daher vorangetrieben werden.
Viele setzen daher auf Technologien, die ohne die Verbrennung auskommen. Eine Möglichkeit ist die Solarenergie. Mit entsprechenden Solarmodulen kann die Sonnenenergie direkt in Strom umgewandelt werden. Diese Module enthalten jedoch Materialien, die erst mühsam aus der Erde gewonnen werden müssen. Die Gewinnung dieser Metalle und chemischen Stoffe erfolgt zum einen nicht ohne die Freisetzung von CO2, zum anderen wird die Natur durch den Tagebau erheblich geschädigt. Sinnvoller wäre hier die Gewinnung von Wärme durch die Sonnenenergie. In gemäßigten Breiten reicht ein solches Wärmemodul zur Gewinnung von Warmwasser vollkommen aus. Im Winter muss jedoch weiterhin eine zusätzliche Heizquelle betrieben werden. In Regionen mit stärkerer Sonneneinstrahlung kann mit einer Spiegeltechnik die Sonnenenergie jedoch so effektiv in Wärme umgesetzt werden, dass hiermit Strom erzeugt werden kann. Ein Transport dieses Stroms in andere Regionen ist ohne einen effektiven Akkumulator jedoch nicht rentabel. Die Leitungsverluste würden den Bau der zusätzlichen Stromnetze nicht rechtfertigen.
Eine weitere Technologie ist die Windkraft. Windräder in verschiedenen Größen können die Energie des Windes über Generatoren in Strom umsetzen. Ein Windrad kann in nahezu jeder Region der Erde effektiv eingesetzt werden. Große Anlagen auf See können einen beständigen Wind ausnutzen, um die Grundlast eines ganzen Landes zu tragen. Zusätzliche Windräder direkt vor den Siedlungen verringern die Notwendigkeit langer Überlandleitungen. Einige Gegner befürchten jedoch eine Lärmbelästigung durch die Windkraft. Dabei übersehen sie, dass bereits ein Baum im Wind lauter rauscht als ein Windrad. Auch in der Nähe von Autostraßen würde ein Windrad keine zusätzliche Geräuschemission verursachen können. Theoretisch wäre sogar mitten in eine Stadt das Betreiben eines Windrades möglich, da alle Nachteile, die diese Technologie mit sich bringt, in der Stadt bereits übertroffen werden.
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